Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen
Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.
Im Zusammenhang mit dem Angriff auf das Waffengeschäft stellte die Polizei nach eigenen Angaben zwei Waffen sicher. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, Einsatzkräfte hätten anschließend das Geschäft gesichert. Zudem seien Mülltonnen angezündet und Geschäfte auf der Einkaufsstraße Zeil und in der nahegelegenen Hasengasse geplündert worden, darunter ein Schuhgeschäft.
Reporter des Hessischen Rundfunks (hr) berichteten von fliegenden Böllern, Feuerwerksraketen und Flaschen sowie umgeworfenen Barrikaden. Wasserwerfer, gepanzerte Polizeifahrzeuge, ein Hubschrauber und Drohnen kamen dem Sender zufolge zum Einsatz. Demnach handelte es sich bei vielen Randalierern um Jugendliche, die die Auseinandersetzung mit der Polizei suchten. Wie der hr weiter berichtete, war unklar, welche Gruppen sich an den Ausschreitungen beteiligten.
Wegen der Gewalt sperrte die Polizei gegen 22.00 Uhr die Zeil zwischen Hauptwache und Konstablerwache. Unbeteiligte durften den Bereich verlassen, ein Zutritt war nicht mehr möglich. Die Beamten seien an zahlreichen Orten in der Innenstadt im Einsatz und gingen gezielt gegen gewalttätige Gruppen vor, teilte sie später mit. Unterstützung kam von weiteren hessischen Polizeipräsidien, darunter auch einem Spezialeinsatzkommando (SEK).
Am Nachmittag hatten sich nach Polizeiangaben rund 8000 Menschen an einem gemeinsamen Demonstrationszug der Initiativen "Gen Z regelt" und "Generation Aufbruch" beteiligt. Die Veranstalter sprachen laut hr von 10.000 Menschen. Gegen 18.20 Uhr löste die Polizei den Protest nach wiederholten Angriffen auf Einsatzkräfte auf, wie der Sender berichtete.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) machte rund hundert nach seinen Angaben linksextremistische Gewalttäter für die Eskalation mitverantwortlich. Mehrere Polizeibeamte seien verletzt worden, berichtete der hr unter Berufung auf das Innenministerium. Poseck betonte zugleich, die überwiegende Mehrheit der Demonstrierenden sei friedlich geblieben.
Die Initiative "Generation Aufbruch" distanzierte sich laut hr nach der Auflösung von der Gewalt und vom Vorgehen der Mitveranstalter. Einer ihrer Organisatoren, Mubarik Sabir, zeigte sich "zutiefst traurig" und "sprachlos". Bundesweit demonstrierten am Samstag zehntausende Menschen bei überwiegend friedlichen Protesten. "Gen Z regelt" sprach von 120.000 Teilnehmern.
K.Zehetner--SbgTB