Designierter Linken-Chef Pantisano gegen "scheinbare Reformen" am Arbeitsmarkt
Der Kandidat für den Linken-Parteivorsitz, Luigi Pantisano, will gegen "scheinbare Reformen" am Arbeitsmarkt kämpfen. Er sprach am Freitag im ARD-"Morgenmagazin" über die Wut von Beschäftigten eines Stahlwerks wegen der geplanten flexibleren Arbeitszeiten, "die dazu führen, dass sie 13 Stunden am Tag arbeiten sollen" oder wegen eines späteren Rentenbeginns. Diese Wut "wollen wir als Linke aufgreifen" und gemeinsam den Kampf führen, sagte Pantisano.
Die Linke habe "in den letzten Jahren den Weg zu den Betrieben nicht gesucht", räumte er ein. "Wir waren nicht an den Toren und haben nicht das Gespräch geführt. Und das müssen wir jetzt machen."
Auf die Frage, ob er auch ein Bündnis mit der CDU eingehen würde, um eine AfD-Regierung zu verhindern, antwortete Pantisano mit "Ja". Er glaube aber, dass das "größere Fragezeichen" bei der CDU sei.
"Wir als Linke sind eine antifaschistische Partei und wir werden alles daran setzen, dass der Faschismus nicht an die Macht kommt", sagte Pantisano. Dazu gehöre auch Kooperation, wenn es so weit kommen sollte. Die Linkspartei werde aber "einen Wahlkampf machen und um jede Stimme kämpfen, um die Herzen und die Köpfe der Menschen ringen, dass die AfD erst gar nicht in diese Situation kommt", fügte er hinzu.
Der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Pantisano tritt bei dem am Freitagmittag beginnenden Bundesparteitag der Linken im Team mit der amtierenden Parteichefin Ines Schwerdtner bei der Wahl zur neuen Parteispitze an. Er will den aktuellen Parteichef Jan van Aken ablösen, der aus Gesundheitsgründen nicht wieder kandidiert.
Die Delegierten stimmen auf dem dreitägigen Treffen zudem über den Leitantrag ab, der eine Reihe von Vorhaben für die nahe Zukunft formuliert: So will die Partei die arbeitende Bevölkerung stärker erreichen, ihre Sozialproteste ausbauen und gegen einen Rechtsruck im Land ankämpfen.
B.Huber--SbgTB