Bergarbeiter demonstrieren vor Energieministerium in Ankara
Mit nacktem Oberkörper und gelben Schutzhelmen auf dem Kopf haben mehr als hundert Bergarbeiter in der Türkei wegen ausstehender Löhne protestiert. Bei der Demonstration vor dem Energieministerium in Ankara am Montag verlangten die Männer, die seit mehr als einer Woche im Hungerstreik sind, angehört zu werden. Die Polizei versuchte die Demonstranten zurückzudrängen und setzte Tränengas gegen die Arbeiter ein.
Die Kohle-Kumpel setzten sich auf den Asphalt, die Helme neben sich, auf einigen stand "Kampf für Brot". "Wir sind fünf oder sechs Gehälter im Rückstand", sagte einer der Demonstranten der Nachrichtenagentur AFP. Zwei Vertreter der Bergarbeitergewerkschaft wurden festgenommen, wie ihre Organisation im Onlinedienst X mitteilte. Am Vortag waren die 110 hungerstreikenden Arbeiter nach Angaben ihrer Gewerkschaft vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden.
Die Arbeiter eines Braunkohlebergwerks des Unternehmens Doruk Mining waren zu Fuß aus der Nachbarprovinz Eskisehir in der Zentraltürkei nach Ankara gekommen. In der Türkei stößt der Protest auf großes Mitgefühl. In dem Land wird rund ein Drittel des Stroms durch Kohle produziert. Hinzu kommt, dass Bergarbeiter im Februar 2023 bei dem verheerenden Erdbeben mit über 53.000 Toten in der Südtürkei geholfen und zahllose Menschen mit ihren Schaufeln aus den Trümmern ihrer Häuser geborgen hatten.
Q.Holzer--SbgTB