Attentatsversuch auf Trump: 59-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt
Lebenslange Haft: So lautet das Strafmaß für einen 59-jährigen US-Bürger, den ein Geschworenengericht im Bundesstaat Florida wegen versuchten Mordes an Donald Trump schuldig gesprochen hatte. Die Vorsitzende Richterin Aileen Cannon sprach am Mittwoch von einer "vernünftigen Strafe" für Ryan Routh. Sie diene dazu, "die Öffentlichkeit vor zukünftigen Straftaten" Rouths zu schützen.
Der Dachdecker hatte nach Überzeugung des Gerichts geplant, Trump im September 2024 beim Golfspielen zu erschießen, wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl. Ein Sicherheitsbeamter sagte in dem Prozess aus, er habe Routh jedoch am Rande von Trumps Golfplatz in West Palm Beach in Florida entdeckt. Er habe das Feuer auf den Mann eröffnet, der sich offenbar mit einem Gewehr im Gebüsch versteckt hatte. Zunächst gelang Routh die Flucht, später wurde er festgenommen. Trump wurde bei dem Vorfall nicht verletzt.
Der Dachdecker hatte sich in dem Prozess über weite Strecken selbst verteidigt und auf "nicht schuldig" plädiert. Erst am Schluss des Verfahrens akzeptierte der zeitweise verwirrt wirkende Routh einen Anwalt. Der vorbestrafte Mann hatte Trump nach eigenen Angaben im Jahr 2016 selbst noch gewählt. Nach der ersten Amtszeit des Rechtspopulisten (2017 bis 2021) äußerte er sich aber enttäuscht und nannte Trump einen "Pavian" und einen "Idioten".
Trump hatte vor dem Anschlagsversuch ein weiteres Attentat überlebt, das weltweit Schlagzeilen machte. Ein Schütze verletzte ihn am 13. Juli 2024 bei einem Wahlkampfauftritt in der Kleinstadt Butler im Bundesstaat Pennsylvania am Ohr. Der Attentäter wurde vom Secret Service erschossen. Trump reckte danach die Faust in die Höhe und rief seinen Anhängern zu "Kämpft, kämpft" ("Fight, fight"). Bei seiner Antrittsrede im Januar 2025 sagte der Präsident zu dem Vorfall: "Ich wurde von Gott gerettet, um Amerika wieder großartig zu machen."
G.Moser--SbgTB