Salzburger Tageblatt - Chilenischer Oscar-Regisseur Sebastián Lelio mit 52 Jahren gestorben

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Chilenischer Oscar-Regisseur Sebastián Lelio mit 52 Jahren gestorben
Chilenischer Oscar-Regisseur Sebastián Lelio mit 52 Jahren gestorben

Chilenischer Oscar-Regisseur Sebastián Lelio mit 52 Jahren gestorben

Der chilenische Regisseur und Oscar-Preisträger Sebastián Lelio ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Seine Lebensgefährtin Amalia Kassai bestätigte den Tod des Filmschaffenden, der leblos in seinem Zuhause im Santiago-Vorort Las Condes aufgefunden wurde. Als Grund nannte sie gesundheitliche Ursachen.

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Der chilenische Filmregisseur Sebastián Lelio ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Wie seine Lebensgefährtin, die deutsch-chilenische Schauspielerin Amalia Kassai, mitteilte, wurde der Filmschaffende leblos in seinem Haus in Las Condes, einem Stadtteil der Metropolregion Santiago de Chile, aufgefunden. Als Todesursache nannte Kassai gesundheitliche Gründe.

Die Nachricht vom Tod Lelios stieß auf große Betroffenheit in der internationalen Filmbranche und in seiner Heimat Chile. Der chilenische Kulturminister Francisco Undurraga würdigte die Verdienste des Regisseurs, dessen Werke das südamerikanische Land an die Spitze der audiovisuellen Welt geführt hätten. Auch die chilenische Schauspielergewerkschaft Chile Actores reagierte bestürzt und betonte, dass Lelios Tod einen enormen Verlust für die Kultur und die Filmindustrie Chiles bedeute.

Lelio erlangte internationale Bekanntheit vor allem durch seinen Film „Eine fantastische Frau“ (Originaltitel: „Una mujer fantástica“). Das Werk, das das Leben einer Transgender-Frau nach dem plötzlichen Tod ihres Partners beschreibt, gewann 2018 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Es war das erste und bisher einzige Mal, dass diese Auszeichnung an ein chilenisches Kino ging. Bereits im Jahr zuvor hatte der Film auf der Berlinale den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhalten.

Vor der Entstehung dieses Erfolgsjahrs verbrachte Lelio mehrere Jahre in Berlin. Er kam 2012 als Gast des Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) in die deutsche Hauptstadt. Während dieser Zeit arbeitete er am Schnitt seines Films „Gloria“, der im folgenden Jahr im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführt wurde. Das Porträt einer charismatischen Frau Ende Fünfzig, gespielt von Paulina García, begeisterte das Publikum und gewann drei Preise, darunter den Silbernen Bären für die beste Schauspielerin.

Lelio blieb mehrere Jahre in Berlin und gründete im Bezirk Kreuzberg das südamerikanische Restaurant „Gloria“. Die Stadt übte einen nachhaltigen Einfluss auf seine weitere Arbeit aus. Im Jahr 2017 erklärte er der Deutschen Presse-Agentur, dass die Idee zu „Eine fantastische Frau“ in Berlin geboren wurde und sich die Stadt „in den Film eingemischt“ habe. Er beschrieb die Zeit in Berlin als Meilenstein in seinem Leben.

Geboren wurde Sebastián Lelio 1974 im argentinischen Mendoza. Seine Kindheit verbrachte er jedoch im chilenischen Viña del Mar. In der Hauptstadt Santiago de Chile studierte er an der Filmhochschule. Nach der Produktion mehrerer Kurzfilme wagte er sich 2005 mit dem Drama „La sagrada familia“ an sein Spielfilmdebüt. Schon in diesem frühen Werk zeigte sich sein Interesse daran, Vorurteile und soziale Heuchelei aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Nachdem Lelio einige Jahre später ein Hollywood-Remake von „Gloria“ mit Julianne Moore in der Hauptrolle verfilmt hatte, kehrte er thematisch zu seinen Wurzeln zurück. Mit „Eine fantastische Frau“ schuf er ein Werk, das nicht nur preisgekrönt wurde, sondern auch gesellschaftliche Debatten über Identität und Verlust anregte. Sein Tod markiert das Ende einer Karriere, die lateinamerikanisches Kino nachhaltig geprägt hat.

S.Pfeifer--SbgTB