Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten
Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."
"Alle Versicherten müssen in vertretbarer Frist einen Facharzttermin bekommen", sagte Frei. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) werde hierzu Vorschläge machen.
Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, nannte es eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit", dass Privatversicherte bei der Vergabe von Arztterminen gegenüber gesetzlich Versicherten bevorzugt würden. Er forderte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag, dass Termine in der ambulanten Versorgung "nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, wie jemand versichert ist".
Frei wies seinerseits Forderungen nach einer Abschaffung der privaten Krankenversicherung zurück. "Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung bringt uns Vorteile. Es stärkt den Wettbewerb, was wiederum zu innovativen Lösungen führt", sagte Frei. "Im Weltmaßstab" habe Deutschland "ein sehr gutes Gesundheitssystem. Hierzulande bekommt man die medizinischen Leistungen, die man braucht - unabhängig vom Geldbeutel."
Z.Neuhauser--SbgTB